Numismatik Lanz München   |   Auction 158   |   5 June 2014
Online bidding closed

<< Previous lot Next lot >>
Lot 56



Estimate: 10'000 EUR   |   Starting price: 6'000 EUR Price realized: 11'500 EUR
GRIECHISCHE MÜNZEN
SIZILIEN
SYRAKUS
2. Republik (466 - 406). Tetradrachme, 415 - 409, signiert von Euth. und Phrygillos. Geflügelter Wagenlenker Quadriga nach rechts führend, darüber Nike nach links fliegend, den Wagenlenker bekränzend, in exergue: Delphin und Skylla mit Dreizack, die einen Fisch verfolgt sowie die Signatur EΥΘ. Rs: ΣΥ - ΡAK - OΣ I - ON, Kopf der Arethusa mit Ährenkranz, Ohrring und Halskette nach links, darum herum vier Delphine, unter dem Hals ΦΡΥΓIΛΛ/OΣ (nur noch in Ansätzen erkennbar). Tudeer 47, V15/R29 (stempelgleich), SNG ANS 274 (stempelgleich), Rizzo Taf. XLIII 12 (stempelgleich), BMC 156 (stempelgleich), Gulbenkian 280 (stempelgleich), Seltman, Masterpieces of Greek Coinage, 30 (stempelgleich) Tudeer 47 (Vs.15/Rs.29, stempelgleich). 17,27g. Vorzüglich. Ex Numismatik Lanz, Auktion 24 (25.4.1983), Los 143. Der Stempel- und Gemmenschneider Phrygillos, welcher auch für Thourioi und Terina arbeitete und sein Partner, der Meister des Vorderseitenstempels, von dem nur die Anfangsbuchstaben bekannt sind, dürfen durchaus als die bekanntesten Künstler ihrer Zeit angesehen werden. Ihr markanter leicht überladener Stil weist voraus auf die Entwicklungen des 4. Jhs. v. Chr., die gerne mit dem Terminus "barock" beschrieben werden. Auch in ikonographischer Hinsicht erweisen sich beide als innovativ. Phrygillos versieht seine Arethusa mit einem Ährenkranz, so dass sie auch als Demeter verstanden werden kann, und "Euth..." läßt einen geflügelten nackten Knaben (Eros?) als Wagenlenker auftreten, während seine Skylla, das lebensbedrohliche Seemonster, einem Fisch hinterherjagt. Die Beobachtung, dass die den Wagenlenker bekränzende Nike in der Linken wohl ein Aphlaston hält, hat der historischen Interpretation dieser neuartigen Bilder Auftrieb gegeben. Das Aphlaston verweist als marines Symbol auf einen Seesieg. In Frage kommt dabei nur der Sieg der Syrakusaner über die Athener im Hafen von Syrakus im Jahr 413 v. Chr. Vor diesem Hintergrund erhält auch die Skylla ihren Sinn. Als Beschützerin der Meerenge von Messina vertreibt sie einen frech eindringenden Fisch, so wie die Syrakusaner die überheblichen Athener aus ihren Gewässern verjagten. s. H.Kreutzer, Das Jahr 413 v. Chr., JNG 57, 2007, 58ff.

Add to watch list    |   Search for similar lots    |   Share:  

Close