Numismatik Lanz München   |   Auction 158   |   5 June 2014
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Lot 219



Estimate: 40'000 EUR   |   Starting price: 24'000 EUR Price realized: 34'000 EUR
GRIECHISCHE MÜNZEN
MYSIEN
KYZIKOS
Elektronstater, 500 - 450. Nacktes geflügeltes Kompositfabelwesen (Phobos/Daimon) mit kurzem Schwanz im Knielauf nach links, in der Rechten einen Thunfisch haltend, die linke Hand seitlich in den Oberkörper gestemmt, der langohrige, kurzmähnige Raubtierkopf ist nach rechts gewandt. Rs: Viergeteiltes Incusum. Fritze 123, Greenwell 57, SNG von Aulock 1198 (= Kraay/Hirmer 704 = Mildenberg, “Über das Münzwesen im Reich der Achämeniden” in AMI 26, Taf. VII/62), SNG France 271, BMC -, Gulbenkian 617, Slg Rosen -. 16,06g. Äußerst selten. Perfekte Zentrierung der Darstellung, vorzüglich. Jenkins denkt bei der Herkunft des Fabelwesens entweder an den vorderasiatischen Raum oder Ägypten. Bivar (Mithraic Studies, 1975, S. 275-289) hingegen sieht die Herkunft weiter östlich. Er setzt die dargestellte Figur mit Ahriman (mithraischer Areimanos) in Beziehung, dessen Spuren sich vom römischen Reich bis tief in den persischen Raum zurückverfolgen lassen und in direktem Zusammenhang mit dem Mithraskult stehen. Andere Deutungen wollen dahin gehen, dass man die Gestalt als wolfsköpfig ansieht, wogegen jedoch die sich deutlich abzeichnende Mähne spricht. Im Gegensatz zu den wenigen anderen Stateren und Teilstücken dieses Typus`erkennt man bei diesem Exemplar deutlich, dass das Fabelwesen Greifenohren trägt (vgl. hierfür Münzen von Teos und Abdera). In seiner Haltung, seinem Stil und seiner Zusammensetzung gliedert sich die Figur mühelos in die Reihe zeitgenössischer mystischer Gestalten (wie man sie auf Keramik und Münzen findet u. a.) ein, und ist ein weiteres Beispiel für das komplexe Kultwesen der antiken Welt. Die außerordentliche Erhaltung des vorliegenden Exemplares ist bemerkenswert.

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