Numismatik Lanz München   |   Auction 158   |   5 June 2014 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
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Lot 266



Estimate: 30'000 EUR   |   Starting price: 18'000 EUR Price realized: 29'000 EUR
GRIECHISCHE MÜNZEN
KARIEN
KNIDOS
Tetradrachme, erste Hälfte 2. Jh. v. Chr. Kopf des Apoll mit Lorbeerkranz nach rechts. Rs: KNIΔION, Artemis mit Patera in der Rechten, den linken Ellbogen auf eine archaisch anmutende Statue gestützt, die einen sehr hohen Polos trägt und deren Körper verhüllt ist - im linken Feld vor Artemis steht ein Hirsch, der sich an der aus der Patera fließenden Flüßigkeit labt. BMC -, SNG Tübingen -, SNG München -, SNG von Aulock -, SNG Copenhagen -, Gulbenkian -, McClean -, Traitè -, SNG Mugla Museum -, SNG Kayhan -, Numismatik Lanz Auktion 131 (27.11.2006), Münzen von Karien Slg. Karl -, Georges LeRider, Un Tetradrachme Hellenistique de Cnide, in: Greek Numismatics and Archaeology. Essays in Honor of Margaret Thompson. Wetteren, Belgien, 1979, Seite 155-157, Taf. 18 (andere Stempel), Nordbö -. 16,61g. Von äußerster Seltenheit. Vorzüglich. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine der seltensten Tetradrachmen des Hellenismus. Die Darstellung der Rückseite zeigt Artemis Hyakinthotrophos, deren Kult nach der erfolglosen Belagerung durch Philipp V. in Knidos im Jahre 201 v. Chr. eingeführt wurde. Dies geht aus der 1905 gefundenen, teilweise erhaltenen Korrespondenz zwischen Knidos und Kos hervor (erstmals erwähnt von M. Selge bei Robert, Hellenica 5, 1948, 108/Anm. 1.), in welcher die Stadt Knidos die Einführung des Kultes ankündigte und Bundesgenossen zu diesem Fest einlud. Rider spricht sich bei der kleinen verhüllten Kultstatue für eine archaische Darstellung der Artemis aus, wobei er sich auf die nicht so unüblichen Usus bezieht, neuere und ältere, ikonographische Darstellungweisen von Göttern auf einer Münze zu vereinen (z.B. Darstellung der Athena Ilias auf Tetradrachmen von Ilion). Die kleine archaische Statue mit dem Bildnis der Kybele zu identifizieren widerspricht Le Rider aus darstellerischen Gründen und schließt sich der Interpretation von Imhoof-Blumer (Kleinasiatische Münzen 1, Wien 1901, S. 228/3) an. Artemisdarstellungen auf Münzen von Knidos sind sehr selten und entsprechen nicht dem gängigen Münzbild der Stadt. Die zeitliche Einordnung ergibt sich aus dem typologischen und programmatischen Vergleich der Münze zu anderen Tetradrachmen des 2. Jh. v. Chr., sowie ihrer Verbindung zur oben beschriebenen Einführung des Artemis Hyakinthotrophos-Kultes in Knidos. Ein weiteres Exemplar ist nur noch aus dem Münzkabinett Paris, welches im Jahre 1974 aus einer Privatsammlung angekauft worden ist, bekannt.

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