Numismatik Lanz München   |   Auction 158   |   5 June 2014 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
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Lot 373



Estimate: 40'000 EUR   |   Starting price: 24'000 EUR Price realized: 165'000 EUR
RÖMISCHE MÜNZEN
REPUBLIK
M. JUNIUS BRUTUS
Denar, 42, mobile Feldmünzstätte in Kleinasien oder Griechenland. L · PLAET · CEST / BRV[T] - IMP, Kopf nach rechts. Rs: Freiheitskappe (pileus) zwischen zwei Dolchen, unten EID·MAR. Cr. 508/3; Syd. 1301; BMC 68; Bab. 52; C. 15; Sear 216; Banti-Simonetti 22; Cahn, Quaderni Ticinesi 1989, 7a (stempelgleich). 3,73g. Äußerst selten. Ausdrucksstarkes Portrait, fast vorzüglich. Die Münze des Caesarmörders Brutus feiert das erfolgreiche Attentat auf den Dictator Caesar. In der Darstellung der Freiheitskappe auf der Rs. kann man gleichsam eine Rechtfertigung für die Tat an den Iden des März 44 v. Chr. (so die Rs.-Legende), nämlich die Befreiung des römischen Volkes von der Alleinherrschaft Caesars und der damit einhergehenden Wiederherstellung der Freiheit, erkennen. Sie wurde kurz vor der Schlacht bei Philippi geprägt und zeigt auf der Vs. das Portrait des Brutus. Die Dolche sind einerseits die Waffen der Caesarmörder, verweisen aber andererseits durch die Verbindung mit dem Namen Brutus auf den Schwur, den dessen Ahnherr L. Iunius Brutus, der legendäre Gründer der Republik, auf einen blutigen Dolch abgelegt haben soll. In diesem Schwur verpflichtete sich der Republikgründer dazu, die etruskischen Könige aus Rom zu vertreiben. Der Caesarmord wird somit in die Tradition eines gerechtfertigten Tyrannenmordes gestellt. Diese Begründung des Mordes ist freilich heuchlerisch, denn Brutus handelte, indem er sein Portrait auf die Münze setzen ließ, nicht anders als Caesar. Einer der Gründe für den Mord war es unter anderem, dass Caesar sein Portrait auf die Münzen setzen ließ - dies galt als ein Anzeichen für die Bestrebung, eine Monarchie zu errichten und verdeutlichte die Hybris, die ihm seine Gegner vorwarfen.

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