Numismatik Lanz München   |   Auction 159   |   8 December 2014 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
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Lot 705



Estimate: 300 EUR   |   Starting price: 180 EUR Price realized: 300 EUR
SAMMLUNG MAZARAKIS
ÄGÄIS / KLEINASIEN
Fürstentümer/Beyliks nach dem Zusammenbruch des Sultanats der Rum-Seldschuken
Dukaten o.J. (nach 1348), zeitgenössischer Beischlag nach Vorbild eines venezianischen Dukaten im Namen von Andrea Dandulo (1343 - 1354). LZDR DLSDLL - S/M/V/E/N/E/T/I, Doge vor dem Heiligen kniend, zwischen beiden die Fahne, an deren Schaft rechts entlang D/V/X. Rs: · SIT · T XIED · A· TOT · V · - · REGIS ISTE · DVC · AT ·, nimbierter Christus in der Mandorla von neun Sternen umgeben. Mazarakis S. 45/37 I. Kategorie (dieses Exemplar), Friedberg vgl. 2 (dort Chios, jedoch ungenau), Schlumberger , Gamberini -, Tsamalis -. 3,42g. Fast vorzüglich. Nach dem Zusammenbruch des Sultanats der Rum-Seldschuken war Kleinasien von Beginn des 14. Jahrhunderts (1308) bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts in verschiedene Beyliks (Fürstentümer) aufgeteilt. Die Münzprägung dieser Fürstentümer ist umstritten. Während einige Wissenschaftler den Herrschern dieser Fürstentümer keinerlei Goldmünzprägung zuschreiben, glaubt A. Mazarakis dennoch, dass einige Herscher der Beyliks Goldmünzen prägten - und zwar nach venezianischem Vorbild. Dabei beruft er sich auf Quellen aus der Mitte des 14. Jhdts., welche Handelsvereinbarungen zwischen Venedig und den Kleinasiatischen Fürstentümern bezeugen, und die auf eine dortige Münzprägung hindeuten (z.B. mit dem Emir von Ephesos, welchem im Jahre 1368 die Prägung von Goldmünzen nach venezianischem Typ untersagt wurde). Mazarakis unterscheidet bei seiner Einteilung 4 Kategorien, die nur eine grobe relativchronologische Einordnung wiedergeben und oft nur schwer voneinander zu trennen sind. Kategorie 1-3 umfasst insgesamt den Zeitraum von circa 1348-1390. Kategorie 4 umfasst den darauffolgenden Zeitraum bis ca. 1425, der sich mit der, sich nun entwickelnden, Vormachtstellung des Osmanischen Reiches in Kleinasien zusammenfällt. Die frühesten Münzen (1. -2. Kategorie) aus dem Gebiet der Beyliks sind wohl Andrea Dandulo zuzuordnen, wobei der Stil ursprungsgetreu gehalten wurde und die Legende noch gut lesbar ist. Spätere Beischläge in seinem Namen sind allerdings bekannt. Insgesamt sind diese späteren Zecchinenbeischläge (3. und 4. Kategorie) aus dem Gebiet der Beyliks sehr unsauber und zeigen eine weitestgehend aufgelöste Legende und Stil. Die Vorbilder bzw. ursprünglichen Legenden für die späteren Beischläge lassen sich (wenn überhaupt) nur noch erahnen.

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