Hess Divo   |   Auktion 332   |   31 May 2017 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
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Lot 503





Estimate: 2'000 CHF   |   Starting price: 1'600 CHF Price realized: 6'500 CHF
POLAND. REPUBLIK, 1919-1939. 10 Zlotych 1934, Warsaw. PROBA. Pattern. Józef Klemens Pilsudski. 41,51 g.
Extremely rare. Uncirculated

Provenance: Auction Hirsch, Munich 27.03.1965, Los n°978
Im Dezember 1886 reiste Józef Klemens Pilsudski zu seinem Bruder Bronislaw Pilsudski nach St. Petersburg und beteiligte sich an der Vorbereitung eines Sprengstoffattentats auf Zar Alexander III. (1845–1894). Die Verschwörer wurden am 13. März 1887 verhaftet und in der Peter und Paul Festung in St. Petersburg inhaftiert. Neben den Pilsudskis gehörte auch Lenins Bruder Alexander Uljanow zu der Gruppe. Józef Pilsudski wurde zu fünf Jahren Verbannung verurteilt und in das sibirische Kirensk deportiert. Im Jahre 1892 beteiligte er sich an der Bildung der Polska Partia Socjalistyczna (PPS) und ab 1893 war er führendes Mitglied der Partei innerhalb des Russischen Reichs. Ab 1894 übernahm er die Schriftleitung des PPS Parteiblattes ”Robotnik" (Der Arbeiter). Er wurde 1900 in Lódz verhaftet und im X. Pavillon der Zitadelle Warschau inhaftiert. Später floh er von St. Petersburg nach Krakau. Anschließend reiste er 1904 nach Japan, um dort Hilfe für einen polnischen Aufstand zu erhalten. Die Anhänger Pilsudskis konnten sich einzig im österreichisch regierten Galizien und in Teilen Schlesiens ungehindert organisieren. Entsprechend stellte Pilsudski 1908 beginnend Schützenverbände auf. Im Ersten Weltkrieg kämpften Pilsudski und seine Verbände im Interesse einer polnischen Eigenstaatlichkeit zunächst auf der Seite des Habsburger Reiches gegen Russland. Im Juli 1916 trat er von der Führung der Legionen zurück, da die Mittelmächte seiner Einschätzung nach den polnischen Willen zur völligen Unabhängigkeit nicht respektierten und auf Zeit spielten. Am Ende des Krieges, am 11. November 1918 wurde Pilsudski durch den Regentschaftsrat der Oberbefehl über die polnischen Truppen und kurz danach die Führung des polnischen Staates übertragen. Dieses wurde am 20. Februar 1919 durch den Verfassungsgebenden Sejm bestätigt. Er verfolgte das Ziel der Wiederherstellung der polnischen Grenzen aus der Zeit vor den Polnischen Teilungen, auch weit über die Grenzen des polnischen Siedlungsgebietes hinaus. Durch diese Politik kam es zunächst zur durch den Versailler Vertrag festgelegten Integration von Großpolen sowie zum Krieg mit Sowjetrussland und Litauen wegen des von beiden Seiten beanspruchten Gebietes um Wilna/Vilnius (Mittellitauen). 1923 bildete Premierminister Wincenty Witos eine neue Regierung. Marschall Pilsudski, der mit der Aufnahme einiger Politiker in die neue Regierung nicht einverstanden war, trat als Generalstabschef zurück und zog sich in sein Landhaus in Sulejówek bei Warschau zurück. Außenpolitisch trat er für eine Verständigung mit Deutschland, weitestgehende politische Unabhängigkeit und gegen jede Zusammenarbeit mit der Sowjetunion ein. Dennoch wurde 1932 ein polnisch sowjetischer Nichtangriffspakt unterzeichnet und, nachdem die Westmächte 1933 zweimal einen von Pilsudski vorgeschlagenen Präventivkrieg gegen das sich gerade etablierende Naziregime in Deutschland abgelehnt hatten, folgte am 26. Januar 1934 ein deutsch polnischer Nichtangriffspakt, um so Polen von beiden Seiten abzusichern. Gleichzeitig wurden die Beziehungen mit Frankreich und dem Vereinigtem Königreich weiter vertieft, die im Zweiten Weltkrieg zu Alliierten Polens wurden.

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