Numismatik Lanz München   |   Auction 164   |   23 May 2017
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Session III, Lot 551





Estimate: 500 EUR   |   Starting price: 300 EUR Price realized: 500 EUR
Sammlung Rudolf von Höfken. Frauenberg bei Admont (Österreich, Steiermark) Hl. Maria: Halbfigur der Madonna mit Kind bzw. stehende Madonna mit Kind, jeweils Skulptur, gotisch. Silbermedaille 1687 (?), vergoldet. Oval, vortretender, profilierter Rand. Über einem Engelsköpfchen als Basis die stehende Madonna mit Kind auf dem linken Arm in Kultbekleidung mit umgehängten Rosenkränzen, beide Personen gekrönt, Maria sternenbekränzt, dahinter die Andeutung einer von einer großen Krone überfangenen Nische. Das Engelsköpfchen stellt zugleich den oberen Abschluß einer Kartusche dar, die das Feld unten ausfüllt, zwei etwa zweidrittelfigurige Engel zu Seiten der Madonna über Wappenschilden halten ein Schriftband über sie, das oben den Rand begleitet. Die mit Mitra und Krummstäben geschmückten Schilde führen rechts das Wappen des Stiftes Admont, dem Frauenberg unterstand, und links jenes eines der bedeutendsten Admonter Barockprälaten, des Abtes Adalbert Heuffler von Rasen und Hohenbühel (reg. 1675 -1696). Auf dem Schriftband "WUNDERBARLICHE . MVETTER", in der Kartusche "AUF DEM FRAVENBERG BEY | DEM CLOSTER . ADMOND | BIT . FYR . VNS ." Daneben im Feld rechts "I", links "N". Rs: Über einer geschweiften Rollwerkkartusche, die wenig realistisch die Anlage von Frauenberg samt dem Kalvarienberg zeigt, stehen nebeneinander Benedikt als Abt mit Glas und Pastoralstab (rechts), Josef mit Lilie (mitte) und Antonius von Padua (links), jeweils ringnimbiert, vor Benedikt und Josef der Benediktschild. "S: P: BENED ICT VS . IOSEPH . ANTON IVS ." Unter der Standleiste rechts "I", links "N". 24,95g. Selten. An einigen Stellen Vergoldung reduziert, kaum Flecken, wenige Schrammen. Nahezu Stempelglanz.
Zur Weihe des barocken Neubaus der Wallfahrtskirche emittiert. In Frauenberg werden zwei gotische Madonnenskulpturen verehrt, die wechselseitig als Gnadenbild angesprochen werden. Die Medaille zeigt nicht die heute in der Glorie des Hochaltars den Mittelpunkt bildende Halbfigur, sondern die stehende Madonna, die zu Hoppes Zeiten im Zentrum des Altars stand. Stilistisch gehört das Stück in den Umkreis der Salzburger Stempelschneider Seel. Vorgeschlagen wurden Josef und Johann Niedermayr sowie Johann Neidhard (Roll, S. 267 f., 271). Sehr ähnliche, in der Größe abweichende Varianten werden Paul Seel zugeschrieben (Zeller, 54; Unger, 1663; Peus, 1986 f.; vgl. Gorny & Mosch, 226/2014, 3216 [mit nicht nachvollziehbarer Notiz zur Wallfahrt], Prokisch, S. 392, 410.). Anders als Unger 1664 nicht aus Kupfer. - "Frauenberg bei Admont. IN. Nentw. [?]. Mus.Joann. Besitzt Mittelgrösse zwischen diesem u. dem kleinen, auch ohne das "bit fyr uns", wie bei letzterem und ohne IN auf Marienseite. Unger. 1664. Grösse. 31 + 36. mm (?)." Aus Sammlung Rudolf von Höfken - Hattingsheim.

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