Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG   |   Auktion 302   |   1 February 2018 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
Online bidding ends:  1 February 2018 13:00 CET

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Lot 1425





Estimate: 200'000 EUR   |   Starting price: 160'000 EUR Bid on this lot at the auctioneer's website
NIEDERLANDE. DEVENTER. Stadt. Portugalöser zu 10 Dukaten o. J. (1640). 35,07 g. * + * ME * VIGILANTE * FLORET * DAVENTRIA / * VALORIS * PORTUGALLICI Gekrönter Wappenschild//• IN * CHRISTO * CRVCIFIXO * SALVS * NOSTRA Kreuz. Delm. -; Fb. -; Purmer De 04.
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Einziges bekanntes Exemplar im Handel und von
größter numismatischer Bedeutung. Sehr attraktives Exemplar mit hübscher Goldpatina,
winz. Kratzer und Randfehler, vorzüglich +
Der vorliegende, äußerst seltene Portugalöser ist von großem numismatischen und historischen Interesse für die niederländische Kolonialgeschichte in Südamerika. Er wurde während der Zeit der Auseinandersetzungen des 80-jährigen Krieges geprägt, während dessen die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone erkämpfte. Die letzte Phase dieser Auseinandersetzungen fiel in die Zeit des 30-jährigen Krieges, vom dem auch Deventer betroffen war.
Bereits seit 1621 war es der Westindien-Kompanie gestattet, in Amerika Handel zu treiben; ab 1624 versuchten die Niederlande schließlich, einige Gebiete Brasiliens, das unter portugiesischer Herrschaft stand, zu erobern. Sechs Jahre später setzte sich die niederländische Flotte unter Hendrick Lonck in der Region um Pernambuco (heute Recife) durch und die Kolonie Niederländisch-Brasilien wurde gegründet. 1654 fiel das Gebiet wieder in portugiesische Hände, als die Niederlande durch eine Auseinandersetzung mit den Briten geschwächt waren.
Um 1640 ging nun in den Niederlanden das Gerücht um, dass die portugiesischen zehnfachen Cruzados bzw. Portugalöser in Brasilien zu einem Kurs von 75 Gulden gehandelt wurden, während ihr tatsächlicher Goldgehalt und Wert in den Niederlanden nur 50 Gulden betrug. Daraufhin wurden in Amsterdam alle Portugalöser für 60 bis 61 Gulden aufgekauft, um in der Kolonie zum Erwerb von Zucker genutzt zu werden und einen großen Gewinn einzufahren. Die Städte Zwolle und Deventer witterten ein gutes Geschäft und fingen 1640/1641 selbst an, Portugalöser zu produzieren. Als die niederländische Regierung davon erfuhr, wurden diese zweifelhaften Machenschaften direkt verboten.
Die Münzmeister in Deventer hatten nach eigenen Angaben 10 bis 20 Stücke produziert, von denen einige wieder eingeschmolzen wurden. Auch wenn die genaue Auflage nicht mehr festzustellen ist, war sie definitiv sehr gering. Während aus der Münzstätte Zwolle drei Exemplare bekannt sind, existiert von den Prägungen aus Deventer wohl nur das vorliegende Exemplar (vormals in der Slg. Marques da Costa).

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