Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG   |   Auktion 315   |   11 - 12 October 2018 Sort by Lot-NumberSort by Estimate
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Session I, Lot 7046





Estimate: 1'500 EUR   |   Starting price: 1'200 EUR Price realized: 5'000 EUR
FRANKREICH/ELSASS. DIE STADT STRASSBURG. Goldabschlag von den Stempeln der 1/4 Talerklippe 1617, auf die 100-Jahrfeier der Reformation. 5,75 g. Brozatus -; Engel/Lehr zu 614; Fb. vgl. 235; Slg. Whiting zu 92.
In diesem Gewicht von allergrößter Seltenheit. Wohl einziges bekanntes Exempar.
Feine Goldpatina, fast vorzüglich
Exemplar der Auktion Galerie des Monnaies SA Genève, Genf November 1978, Nr. 764.
Straßburg war 1262 zur Reichsstadt erhoben worden, nachdem sich die Bürger von der bischöflichen Oberherr­schaft befreit hatten. Seit 1523 fielen reformatorische Ideen in dem bedeutenden Zentrum des Humanismus am Oberrhein auf fruchtbaren Boden, gegen 1529/1531 war die Stadt evangelisiert.
Auf ihrer Bundesversammlung zu Heilbronn im April 1617 beschloß die Protestantische Union, der auch Straßburg angehörte, das 100jährige Jubiläum der Einführung der Reformation in möglichst einmütiger und gleichförmiger Weise zu feiern, um „Gott Dank zu sagen, dass Luther und andere gottselige Leut' das Licht des Evangeliums hervorgebracht haben“. Diese Feiern sollten auch dazu dienen, die Einheit der Anhänger des evangelischen Bekenntnisses gegenüber den Gegnern der Reformation zu demonstrieren. Zur Gewährleistung der Einheit von Lutheranern und Reformierten billigten sich Fürsten und Räte zu, daß dabei „jeder bei seiner Religion, Predigt, Kirchenzeremonie und Lehre“ bleiben könne. Diese Regelung beinhaltete auch die freie Wahl des Festtermins. In Straßburg war auf Beschluß des Einundzwanzigerrats der Beginn der Feierlichkeiten auf den Sonntag nach Allerheiligen festgesetzt worden. An den beiden Festtagen und „die Wochen hinaus“ waren Gottesdienste mit anlassbezogenen Predigten und Gebeten angeordnet worden. Auch in der Schule wurde dem Anlaß mit öffentlichen Ansprachen Rechnung getragen. Auch fiel der Beschluß zur Prägung von Denkmünzen, u. a. einer kleinen, „ein viereckig geltlin auf 3 oder 4 Pfennig werth“, die den Kindern in allen Kirchen überreicht werden solle. (zitiert nach: C. Bünger, Matthias Bernegger, ein Bild aus dem geistigen Leben Strassburgs zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges, Straßburg 1893, S. 145). Diese klippenförmige Denkmünze ist das silberne Pendant zu der hier offerierten Kippe in Gold. Die Stadt dürfte ausgewählte Bürger und auswärtige Gäste mit solchen Goldprägungen beschenkt haben.

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