Ein Meisterwerk der Wiener Gravurkunst:

Die große Salvator-Mundi-Medaille im Wert von 24 Dukaten

Die große goldene Salvator-Mundi-Medaille der Stadt Wien ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Habsburgerzeit. Besonders begehrt ist die äußerst seltene 24-Dukaten-Ausführung aus der Zeit Kaiser Franz Josephs I. (1848–1916). Sie vereint höchste Kunstfertigkeit in der Medaillenherstellung mit der repräsentativen Symbolik der Kaiserstadt – ein Highlight jeder spezialisierten Habsburger- oder Wien-Sammlung.

Historischer Hintergrund: Die Wiener Salvator-Medaille seit 1575

Die Tradition dieser städtischen Ehrenmedaille begann im Jahr 1575, als der Wiener Stadtrat beschloss, besondere Verdienste mit einer nicht tragbaren Goldmedaille zu würdigen. Diese sogenannten Rats- oder Verehrpfennige zeigten stets Christus als Salvator Mundi und galten als höchste zivile Auszeichnung der Stadt Wien.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Gewichte und Durchmesser geprägt – doch die prestigeträchtigste blieb stets die schwerste Goldversion.

Haus Habsburg-Österreich. Franz Josef I., Kaiser von Österreich 1848–1916.

Der Stempelschneider Konrad Lange und der neue Typ von 1846

Als die alten Stempel aus dem 18. Jahrhundert unbrauchbar wurden, wurde der Medailleur Karl Konrad Lange (1806–1856) 1846 mit ihrer Neugestaltung beauftragt. Sein Entwurf wurde von 1846 bis 1919 verwendet – über sieben Jahrzehnte und drei Kaiser hinweg.

Die Vorderseite zeigt Christus mit Heiligenschein und der Inschrift SALVATOR•MVNDI.

Die Rückseite verbindet religiöse Symbolik mit politischer Darstellung:

  • Inschrift: SVB VMBRA ALARVM TVARVM („Im Schatten deiner Flügel“)
  • Gekrönter Doppeladler der Habsburgermonarchie
  • Ansicht von Wien mit dem Stephansdom
  • Kartusche MANVS REIPVBLICAE VIENNENSIS – „Geschenk der Stadt Wien”

Die Medaille verkörpert somit den Stolz der Stadt, den Glauben und die kaiserliche Autorität.

Die 24-Dukaten-Münze: Maße, Merkmale und Seltenheit

Die doppelt so große Salvator-Medaille – die 24-Dukaten-Version – gilt als Highlight der gesamten Serie und ist zugleich die prestigeträchtigste Version dieser kommunalen Ehrenauszeichnung:

  • Durchmesser: ca. 42 mm
  • Gewicht: ca. 83,8 g Feingold
  • Randzeichen: „A im Kreis“ der Münzanstalt Wien
  • Prägezeitraum: 1846–1919

Diese großformatige Goldmedaille wurde ausschließlich zu bestimmten Anlässen geprägt und nie für den Lagerbestand hergestellt. Die Auszeichnungen waren daher von Anfang an äußerst selten. Es ist nachgewiesen, dass während des gesamten Zeitraums nur etwa 130 Exemplare dieser Gewichtsklasse verliehen wurden – von denen einige im Laufe der Jahrzehnte eingeschmolzen wurden. Dementsprechend sind gut erhaltene Stücke mit ihrer originalen Auszeichnungsschatulle auch heute noch eine Seltenheit auf dem Sammlermarkt.

Original-Zeremonienkästchen: ein Kunstwerk für sich

Die Medaille wurde in einem reich verzierten, mit Leder überzogenen Holzkästchen mit goldgeprägten Kanten überreicht. Der Deckel ziert ein achteckiges Medaillon mit einem gekrönten Doppeladler und einem emaillierten Wappen von Wien. Das Innere ist mit Seide und blauem Samt ausgekleidet, und der Deckel wird mit einem Schraubverschluss verschlossen – ein besonders hochwertiges Detail.

 

Charakteristische „Haarrisse“ – ein Zeichen der Echtheit, kein Mangel

Viele Exemplare weisen feine Linien im Feld auf. Diese sind keine Gebrauchsspuren oder spätere Beschädigungen, sondern entstehen durch das Bürsten und Reinigen der Prägestempel vor dem eigentlichen Prägevorgang. Dadurch wurden kleinste Verunreinigungen entfernt, was zu diesen typischen Haarrissen führte. Sie verlaufen ausschließlich in den glatten Bereichen, niemals über erhabenen Stellen oder der Beschriftung – ein wichtiges technisches Erkennungsmerkmal echter Salvator-Medaillen nach den Stempeln von Konrad Lange.

Bedeutung & Marktposition

Die Kombination aus außergewöhnlicher Seltenheit, hohem Goldgewicht, künstlerisch anspruchsvollem Design und tiefem historischen Kontext macht die 24-Dukaten-Salvator-Medaille zu einem der bedeutendsten und prestigeträchtigsten Sammlerstücke der Wiener Numismatik. Sie vereint Stadtdarstellung, Habsburger Symbolik und höchste Medaillenkunst in einem Objekt von musealer Qualität. Diese großen Goldmedaillen tauchen nur in langen Abständen auf dem internationalen Auktionsmarkt auf und erzielen regelmäßig hohe fünfstellige Summen, abhängig von ihrem Zustand, ihrer Provenienz und davon, ob sie mit ihrem Originalkasten geliefert werden. Besonders gut erhaltene Exemplare gelten als Top-Lose innerhalb der Habsburger- und Wiener Sammlungen.

Verfügbarkeit: Derzeit bei Sixbid.com

Dieses außergewöhnliche Exemplar wird derzeit bei Sixbid.com versteigert. Es wird vom Auktionshaus Auktionen Münzhandlung Sonntag in der Auktion 45 angeboten, die am 3. Dezember stattfindet. Vorabgebote können bis zum 2. Dezember um 16 Uhr abgegeben werden.

Quellen

  • J. C. Steiner: Die Auszeichnungen der Stadt Wien, Wien 2000, S. 51 ff.
  • Unger / Schalk: Zur Geschichte der Wiener Rats- und Salvatorpfennige, Wien 1896.
  • Verschiedene Auktions- und Archivdaten (Dorotheum, Frühwald, Heritage, CoinArchives).
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